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Das Honu-Unterwassererlebnis

Gehen wir das ganze strategisch an. Wir landeten mit dem Flieger aus Honolulu im Norden Mauis in Kahului. Unsere Unterkunft befindet sich im Südwesten der Insel im von Hotels und Condos geprägten Kihei. Mit der Road to Hana haben wir in Kahului beginnend die gesamte Küste nordöstlich bis zum südöstlichsten Punkt der Insel abgefahren. Heute geht es folglich in den Nordwesten Mauis, in das kleine Örtchen Lahaina. Auch hier ist die Allgegenwart der Tourismusindustrie nicht zu übersehen, jedoch eher in Form von Läden, die Souvenirs, Postkarten, Kitsch und ab und an auch mal etwas Schickes anbieten, als in Form von Condo- und Hotelanlagen. Die kleinen Ladenstraßen versprühen dennoch einen gewissen Charme mit ihren bunten Holzfassaden. Hier habe ich auch erstmals eine hawaiianische Spezialität probiert. Shave Ice. Wichtig dabei, es heißt nicht shaved ice, im Sinne von rasiertem Eis, sondern Shave Ice, im Sinne von Kratzeis. Die Herstellung ist so simpel wie außergewöhnlich.

Die Basis bildet ein Eisbecher von etwa vier Zentimeter Durchmesser aus Kunststoff, in dem eine Portion Milchspeiseeis Platz findet. Dieser kleine „treat“ ist optional. Ich kann ihn jedoch empfehlen. Der Eisbecher weist darüber hinaus einen etwa drei bis fünf Zentimeter breiten Rand auf und macht sich somit die Eigenschaft klassischer Pastateller zunutze. Man hat also mit so einem Eisbecher eine tellerförmige runde Fläche von schätzungsweise 12 Zentimeter Durchmesser zur Verfügung. Auf diese Fläche wird nun ein großer Schneeball aufgetürmt. Eiswürfel werden dafür hauchdünn Schicht für Schicht abgekratzt. Somit entsteht ein feiner Schnee. Dieser rieselt auf den Becher und mit einem Löffel wird das ganze in Form gedrückt. In diesem formschönen Schneeball werden kleine Löcher gestochen und aus diversen Geschmacksrichtungen kann man sich Zuckersirupsorten auswählen, welche dann jeweils einen Teil des Schneeballs aromatisieren und bunt färben. Das finish bildet ein Topping aus einer Art dickflüssiger Dosenmilch. Voilá, ein Shave Ice. Klingt komisch, schmeckt bei 30 Grad und Sonne, wie es auf Hawaii fast durchgehend das gesamte Jahr über vorkommt, aber außerordentlich erfrischend. (Hier sieht man die Herstellung im Video). Das ganze ist interessanterweise überhaupt nicht mit den crushed-ice-Sirup-Getränken zu vergleichen, die man bei uns als „Slush“ oder ähnliches kennt. Also… auf jeden Fall probieren, wenn ihr mal die Möglichkeit habt. Shave Ice gibt es auf Hawaii an jeder zweiten Ecke.

 

Übrigens habe ich eingangs vergessen, zu erwähnen, dass unsere Fahrt an die Nordwestküste Mauis unter anderem das Zielerfolgte, einen Surflehrer ausfindig zu machen, der uns blöden Touristen das Gefühl gibt, jeder könnte innerhalb von zwei Stunden Surfen lernen. Zwei Anbieter haben wir uns angesehen. Beide hatten für den heutigen Tag keinen Kurs mehr frei. Daher entschieden wir uns, nochmal drüber nachzudenken und den angebrochenen Tag anderweitig zu nutzen. Letztendlich war die Entscheidung jedoch schon am heutigen Tage klar. Wir buchen natürlich nicht irgendwo, sondern bei der Königlichen Hawaiianischen Surf-Akademie!

Wir fuhren die Küste weiter gen Norden, bis wir die Kapalua Bay erreichten. Nicht ganz intuitiv zu finden war der zugehörige Strand. Viele Strände sieht man direkt von der Küstenstraße aus. Ein grünes Schild mit der Aufschrift XYZ-Beachpark weist auf meist ausreichend große Parkplätze hin und man muss das Auto nur in eine Parklücke wuchten und steht schon mit einem Fuß am Strand. Nicht so hier. Wir manövrierten unseren SUV in eine Wohngegend und stellten ihn am Straßenrand ab. Zwischen zwei Häusern führte ein kleiner Weg zu einem angenehm wenig bevölkerten Strand. Türkisblaues Wasser, relativ wenig Wellen, nicht viele Menschen. Wo ist der Haken? Wir schnappten uns unser Schnorchelequipment, machten die ersten Schritte in das wunderbar warme Wasser, tauchten unter und… fanden uns sofort in einer glasklaren Unterwasserwelt voller bunter Fische und mehreren Exemplaren der großen grünen Meeresschildkröte Hawaiis wieder. Dieses von den Einheimischen verehrte und geschützte Tier heißt auf hawaiianisch Honu. Diese Honu „grasten“ an den großen Lavasteinen den Seetang weg. Die Burschen waren zwischen 1 und 1,5 Meter groß und es war atemberaubend neben diesen hinreißenden Tieren zu schnorcheln. Wow! Was für eine Erfahrung. Kommen wir zurück zu dem erwähnten „Haken“ an dem Strand. Es gab keinen. Also, unser everyday Schnorcheltipp für Maui: Kapalua Bay! Im Übrigen findet man hier, wie an bisher allen von uns besuchten Snorkel-Spots, auch den hawaiianischen Staatsfisch. Den Humuhumunukunukuapua‘a. Dieser wohlklingende einfach zu merkende Name bedeutet soviel wie Fisch mit Nase eines Schweins. Was es damit auf sich hat und einen kleinen Einführungskurs in die hawaiianische Sprache wird es in einer separaten Audiofolge geben.

Ein Einheimischer gab uns am Abend übrigens den Tipp, nochmals zu die Buchten etwas weiter Richtung Norden zu fahren. Das wären dann die Oneloa Bay, Honokahua Bay und Mokuleia Bay. Hier soll das Schnorcheln und die Unterwasserwelt angeblich noch großartiger sein. Wir haben dies aus Ermangelung an Zeit bzw. aufgrund vieler anderer Dinge, die wir sehen wollten, leider nicht mehr ausprobieren können. Ich würde sagen, wir müssen wohl nochmal wiederkommen! ;)

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One comment on “Das Honu-Unterwassererlebnis

  1. AmHam

    . . . just like yer NY trip – you leave us hanging!

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