Harte Kerle

Kernige Paniolos und hippe Surferboys

Wer aufmerksam unsere “Grenzgängerei” verfolgt hat, wird sicherlich bereits ein paar Vermutungen bezüglich unseres nächsten Reiseziels gehabt haben. Nun wird es endlich amtlich gemacht: Wir waren auf dem Weg nach – Hawaii.

Die grünen Inseln im Pazifik begrüßten uns zunächst mit einer beeindruckenden Vielfalt an grauen Farbfacetten: Beige grau, grau grau, dunkel grau – die Liste könnte noch verlängert werden. Und zu dem ganzen Grau kam noch die typische amerikanische Architektur der 80er Jahre, eine ästhetisch fragwürdige Mischung, um es gelinde auszudrücken. Das also war Honolulu. Dazu jedoch später mehr.

Um der grauen Vielfalt zu entfliehen, mieteten wir uns ein kleines Auto und fuhren an die Nordküste der Insel Oahu. Bei diesem Ausflug hatten wir zwei Ziele: ein Rodeo der Paniolos, der hawaiianischen Cowboys, anzuschauen und den Reef-Hawaiian-Pro-Surfwettbewerb zu besuchen.

Dass es auf Hawaii seit mehr als einem Jahrhundert eine ausgeprägte Cowboy-Kultur gibt, hatte uns überrascht. Denn wer assoziiert denn bitte mit den paradiesisch erscheinenden Inseln hart arbeitende, schwitzende Männer, die auf ihren ebenfalls verschwitzten Pferden Kühe durch die Gegend treiben? Wir jedenfalls nicht. Echte kernige Männer standen bei unserem ersten Einblick in die Welt der hawaiianischen Cowboys jedoch nicht im Mittelpunkt. Vielmehr war es der Nachwuchs, der sein Können mit Pferd und Lasso unter Beweis stellte.

Doch selbst die “Kleinen” waren beim sogenannten “High School Rodeo” schon ziemlich beeindruckend. In verschiedenen Kategorien galt es die Schnelligkeit und Geschicklichkeit auf dem Pferd unter Beweis zu stellen und mit Kälbern zu ringen. Selbstverständlich war auch der Klassiker mit dabei: Kälber mit dem Lasso einfangen und im Anschluss gut zu verschnüren. Es gelang jedoch nur wenigen Jungs und Mädchen, das Tierchen mit dem Lasso zu fangen.

Streng beobachtet wurde der Nachwuchs von erfahrenen Cowboys. Zusätzlich vergab eine Jury für jeden Einsatz Punkte. Wer der große Gewinner oder die große Gewinnerin des Tages war, bekamen wir jedoch nicht mehr mit.

Denn bei der Vergabe der Preise saßen wir schon längst wieder im Auto und hatten ein neues Ziel im Blick: Surfer. Am Morgen hatten wir im Hotelzimmer eine Übertragung des Reef-Hawaiian-Pro-Surfwettbewerbs geschaut und nun wollten wir uns das Spektakel, da es ja quasi vor der Haustür lag, live anschauen. Der Plan ging jedoch nicht auf, da wir viel zu spät vor Ort waren. So fanden wir nur noch leere Tribünen statt der erhofften Profi-Surfer vor.

Schnell stellten wir jedoch fest: Wer braucht schon Profis? Auch die normalen Surfer sind beeindruckend – allein schon durch ihren Körperbau und ihre Art sich so zu bewegen: als würden sie für ein Fotoshooting posen. Aber kein Wunder, dass könnten wir sicherlich auch, wenn wir von Kindes Beinen an zugeschaut hätten, wie die Großen das machen. Dies ist bei den Cowboys genauso, wie bei den Surfern.

spacer

Leave a reply

57 − 54 =