Nägel und Macheten

Mädchen machen Maniküre – Männer mögen Macheten

Mädchen machen Maniküre
Zugegeben, es war mein erstes Mal: Ich war noch nie in meinem Leben bei der Mani- oder Pediküre! Bei unserer nächsten Reiseetappe erwarten uns jedoch sommerliche Temperaturen und da sollten auch die Nägel der weiblichen Hälfte unserer kleinen Reisegruppe etwas farbenfroher gestaltet werden. Und so war unser Ziel des Tages die Pure Nail Bar.

Für 12.00 Uhr hatte Juliane dort für uns einen Termin vereinbart. Und zugegeben, da ich überhaupt nicht wusste, was mich erwartet, war ich schon etwas nervös als wir das kleine Studio im Stadtteil Mount Pleasant betraten.

In meiner Vorstellung gleichen die Stühle, auf denen Mädchen sie die Nägel mit großen Feilen rund schleifen lassen, fiesen Arztpraxen-Stühlen und die Gesichter der Damen hinter den Feilen und Pinselchen sind hinter großen Gesichtsschutzmasken verborgen. Natürlich war alles ganz anders. Im Raum verteilt standen weiße Kunstledercouches und von Gesichtsschutzmasken war auch nichts zu sehen.

Ganz anders als gedacht - das Nagelstudio
Wir nahmen auf einer der Couches platz und dann ging es auch schon los. Plötzlich waren wir umringt von freundlichen Asiatinnen und an unseren Nägeln wurde gefeilt, poliert und gecremt. Alles ging so schnell und routiniert, dass meine Nerven kaum Zeit hatten, eventuelle Kitzelei und Empfindlichkeiten zu melden – okay, zugegeben, als die Füße dran kamen, musste ich mich schon etwas zusammenreißen. Und selbstverständlich führten wir bei der ganzen Prozedur Frauengespräche, die Themen werden an dieser Stelle jedoch selbstverständlich verschwiegen.

Und das Fazit dieses Nachmittags: Mir machte diese Frauen-Klischee-Tätigkeit tatsächlich Spaß und ich habe nun knallrote Finger- und Fußnägel, an die ich mich zwar erst mal gewöhnen musste, nun aber schon ganz schön hipp finde. Ready for Hawaii.

Männer mögen Macheten
Da heute der “Tag der Klischees” werden sollte, haben Martin und ich uns ins Auto gesetzt und haben “Männerkram” gemacht. Ganz im Rahmen der Reisevorbereitungen waren wir Elektronik-Schnickschnack und -Zubehör shoppen. Eine GoPro-Actioncam mit einer gewissen Grundausstattung für Martin musste beschafft werden und aufgrund des deutlich niedrigeren Preises für GoPro-Zubehör in den USA (und in Kanada) wollte auch ich das Zubehör für meine vorhandene Kamera reisetauglich aufstocken. Gesagt getan, auf zur kanadischen Niederlassung der Elektronikkette Best Buy. Hier hatte Martin bereits eine Version der Kamera zu einem recht günstigen Preis online reserviert. Wir gingen dennoch in den Laden. Wir benötigten schließlich noch Zubehör. Mein gadget-geschulter Blick erkannte natürlich sofort, dass diese Filiale nur das “alte” Modell des GoPro-Flagschiffes führte. Dazu muss man wissen, dass gerade vor wenigen Wochen das Modell ein Update erfahren hatte. In meinen Augen unwesentliche Verbesserungen der Kamera und bezüglich des wasser- und stoßfesten Gehäuses sogar ein Rückschritt, aber eben ein Update und Grund genug für uns, in Handelslaune zu verfallen. Wieso haben Sie denn nicht das neue Modell? Und wieso ist hier für das alte Modell noch der hohe Preis angegeben? Für den Preis bekommen wir ja schon die neue Kamera! usw… Kurzum… Martin hat das bessere Modell für einen besseren Preis erhaschen können! Perfekt! Ein entscheidendes Zubehörteil war leider in der Filiale nicht mehr vorrätig, aber der Angestellte schaute in den Lagerbeständen der vermuteten Konkurrenz Future Shop nach. Wie er uns erzählte, wurde Future Shop jedoch von Best Buy gekauft. Scheint also so ein Mediamarkt-Saturn-Ding zu sein. Die Filiale führte den Artikel, allerdings zu einem doppelt so hohen Preis als von mir bei Best Buy gefunden. Na herrlich. Ich habe es dennoch reservieren lassen und wir fuhren hin. Dort angekommen dann die große Überraschung. Noch immer ein bisschen in Handelslaune sagte ich, dass auch von diesem Zubehörteil kürzlich ein Update veröffentlicht wurde. Mich wundere, dass dies definitiv das alte Modell sei, jedoch der Preis ungewöhnlich hoch sei. Ich behauptete, ich habe das Teil bei Best Buy im Netz für $10 weniger gefunden. Der Verkäufer führte mich zu einem Computer, rief die Best-Buy-Internetseite auf und wir fanden das Teil sogar $15 preiswerter vor. Er machte mir darauf ohne weitere Feilsch-Aktionen das Angebot, dass ich es nochmals $2 unter dem Best-Buy-Preis erhalten könne, und er verwies auf die “Price Beat Promise“. Finden Sie den günstigsten Preis und wir unterbieten diesen nochmals um 10%. Wow! Tipp für USA- und Kanada-Reisende. Die Price Beat Promise ist sensationell unkompliziert!

Nachdem das Elektronik-Spielzeug eingetütet war, führte mich Martin noch zu Canadian Tire. Das ganze ist eine Art Baumarkt. Neben Werkzeug, Äxten und Kettensägen gibt es aber auch ein reichhaltiges Sortiment von Messern diverser Größen, Macheten und Jagdbögen inklusive allem erdenklichen Zubehör. Komplett-Tarnkleidung für die Pirsch sind hier genauso zu finden, wie eine reichhaltige Auswahl von BBQ-Grills und Sportzubehör von Baseball bis Eishockey. Klischeebehaftet wie wir heute waren, bedeutet das, es gibt hier alles, was Männern Freude macht. :)

Am Ende des Tages sind wir dann aber doch ohne Jadgbogen zurück zur Wohnung gefahren. Stattdessen haben wir fast sündhaft teure Oldschool-Doughnuts von “Lucky’s Doughnuts” mitgebracht. (diese sind im übrigen O.K., aber meiner Meinung nach werden sie geschmacklich nicht dem relativ hohen Preis gerecht. Optisch versprechen sie mehr, als sie geschmacklich halten!) Nachdem die Damen jedoch ohne weitere Rückmeldung den ganzen Tag durch die Stadt gebummelt sind, nachdem die Nägel ausgehfertig poliert worden waren, tauchten sie am späten Nachmittag unvermittelt wieder auf und erwiderten auf unser kuchenähnliches Mitbringsel nur lapidar “Da waren wir vorhin schon!”. Na herrlich… beim nächsten Mal kaufen wir dann statt einer Nettigkeit für die Damen doch männliches Jagdspielzeug. Wie ich das ganze dann ins Flugzeuggepäck bekomme, soll in anderes Mal geklärt werden.

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One comment on “Mädchen machen Maniküre – Männer mögen Macheten

  1. AmHam

    unlike the trip to NY – yer actually not quitting this blog and podcasting endeavor and I will continue to wri

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