Eisschollen

Welcome to Vancouver

Der Urlaub begann biorhythmusfeindlich. Aufstehen um 07.30 Uhr, letzte Vorbereitungen treffen (wobei “letzte” hier nicht ein Element am Ende einer Reihe bezeichnet, sondern eine viel zu große Menge Elemente mit dem Label “Das kann ich ja auch morgen noch machen!”), sich der Illusion hingeben, dass zwei Trommeln Wäsche wirklich bis morgen trocken werden können, am Abend für fünf Stunden ins Bett gehen, in denen ich leider nur drei Stunden Schlaf finde, 30 Minuten vor dem Wecker um 01.30 Uhr aufstehen, jetzt wirklich “letzte” Vorbereitungen treffen, in die U-Bahn zum Flughafen um 03.30 Uhr und pünktlich auf die Minute mit einem Vogel der KLM um 06.00 Uhr die Hamburger Startbahn hinter sich lassen.

Nach der früher als geplanten Landung in Amsterdam gilt es sechs Stunden bis zum Weiterflug zu überbrücken. Pünktlich um 13.20 Uhr verlassen wir auch die Niederlande ziemlich weit Richtung Norden, sodass wir schon bald die ersten Eisschollen unter uns sehen konnten. Aus vereinzelnden Eisschollen werden schnell schroffe schier endlose Felder aus Schnee und Eis. Das sollte sich auf dem zehnstündigen Flug bis kurz vor dem Ziel nicht mehr ändern. Kurzes Fazit: KLM… jederzeit wieder! Onboard-Service und Inklusiv-Leistungen sind für die “Holzklasse” extrem angenehm.

 

Um 14.00 Uhr Ortszeit landet unser Flieger in Vancouver, Canada. Als USA-Einreiseschikanen-erpropter Bursche war ich auf das schlimmste vorbereitet, nur um eine Einreise zu erleben, die kaum komplizierter, langsamer und demütigender war, als bei einem Flug von Hamburg nach Stuttgart. Keine unangenehme Paranoia einreisenden Nicht-Kanadiern gegenüber. Sehr sympathisch!

Abgeholt wurden wir vom Flughafen von den Freunden, die hier bereits seit fast einem halben Jahr leben. Geballtes Local knowledge! Sehr praktisch! Wir fuhren in deren wirklich gemütliche Wohnung im Stadtteil Mount Pleasant, da wo die coolen Leute wohnen, wie Martin nicht müde wurde, zu erwähnen. An der Eingangstür des Wohnkomplexes begrüßte uns in großen Lettern “Ramwood Manor”. Was es mit diesem Namen auf sich hat, der eine Filmproduktionsstätte für Erwachsenenunterhaltung hinter den Türen erwarten lässt, konnte oder wollte uns Martin jedoch nicht erzählen.

Kanada ist Eishockey und Eishockey ist Kanada. Das NHL-Team, die Vancouver Canucks, hat satte drei Spiele auf dem Kalender während unseres fünftägigen Aufenthalts hier. Leider dreimal auswärts. Aber ein Kanada-Aufenthalt ohne ein Eishockeyspiel? Undenkbar! Also ging es am Abend (nach dem besten Burger, den ich seit langem gegessen habe, bei der Diner-Kette WhiteSpot) zu einem Spiel des Major Junior Teams, der Vancouver Giants. Wow! DAS ist also “echtes” Eishockey! Was für ein Spiel, was für ein Sieg, 5:1 mit viel Action, perfekten schnellen Spielzügen, mehreren kleinen Faustkämpfen auf dem Eis, skurrilen Drittelpausen-Spielen unter Einbezug des Publikums und ein paar alte Veteranen, die flaggentragend und Nationalhymne singend das Publikum auf den Remembrance Day am heutigen Montag einstimmen.

Es war 23.00 Uhr Ortszeit, und damit nach 30 Stunden ohne Schlaf, bis wir ins Bett fielen in den vermutlich tiefsten und notwendigsten Schlaf meines Lebens. Na dann gute Nacht!

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